Vereinschronik
SV Herschfeld 1958 e.V.

Texte und Bilder von
Walter Heinrichs

Gründungsvorstandschaft

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Vereinsgeschichte des SV.Herschfeld e.V. (Folge 1)

Schon 1912 hatte man in Herschfeld einen Burschenverein, der sich neben dem Theaterspielen auch mit dem Kunstradfahren und nach dem 2. Weltkrieg mit dem Radfahren befaßte. Das damalige Herschfeld war klein, es hatte um die 300 Einwohner.
Man spielte unter sich auf den Wiesen Fußball, natürlich auch auf den Straßen und Gassen des Dorfes. Einzelne "Straßenfußballer" versuchten in den 30iger Jahren ihr Glück bei den Vereinen der Nachbarschaft. Der 83jährige Oskar Günther meint:" die meisten blieben im Dorf und da ging`s auch mit Blechbüchsen und Stoffbällen nicht schlecht Fußball spielen, jedoch nicht immer zur Freude der
Eltern."
In den 50iger Jahren spielte eine Anzahl junger Leute aus Herschfeld beim SV.Rödelmaier. Dort fanden sie Gleichgesinnte, vor allem aber die Möglichkeit innerhalb einer Mannschaft Fußball spielen zu können.
Dieser Zustand dauerte jedoch nicht lange. Sportlich interessierte Herschfelder Bürger waren dafür, im Ort einen eigenen Sportverein zu gründen. Am 15.März 1958 war es dann soweit, Georg Früh, selbst ein begeisteter Turner, rief zu einer Gründungsversammlung in die Dorfschänke, beim Wirsing Max, auf. Georg Früh wickelte auch den gesamten Ablauf der so bedeutenden Versammlung ab. 57 Herschfelder Bürger - zu ihnen gesellten sich bereits die ersten Jugendlichen - traten dem Verein bei. Wahlvorstand der Gründungsversammlung war Heinrich Schürger, als Beisitzer fungierten Wilhelm Günther und Albin Pretscher. Mit der Wahl der 1. Vorstandschaft war der SV.Herschfeld aus der Taufe gehoben. Patenverein wurde der SV. Rödelmaier. (Originaltext)(WH.)

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Vereinsgeschichte des SV.Herschfeld e.V. (Folge 2)

Am 8.April 1958 wurde die erste Vereinssatzung im Entwurf bekannt gegeben. Zugleich richtete die Vorstandschaft ein Schreiben an den Gemeinderat Herschfeld wegen Zuteilung eines Platzes für ein Sportgelände. Für den SV. Herschfeld war es nicht leicht seine Hoffnungen und Wünsche zu verwirklichen. Mit den Wiesenbesitzern neben dem Feuerwehrhaus war immer wieder zu verhandeln. Dies übernahm Albin Pretscher. Albin war sowieso derjenige, welcher mit der örtlichen Musikkapelle zur Spieleröffnung in den Saalewiesen, wie auch für den Tanz im Kolpingheim die Gespräche führte. Ebenso sorgte er auch für Urkunden und Wimpel. Für die Aufstellung der Tore und Eckfahnen war Georg Früh zuständig, wie auch für die Beschaffung der Eintrittskarten.
Das erste Pokalspiel wurde in der "Pokalarena Saalewiesen" durchgeführt. Teilnehmer waren die Sportfreunde Gartenstadt, der SV. Rödelmaier, die DJK Eichenhausen und die DJK Löhrieth. Umkleideräume waren in der "Dorfschänke" und für die Gäste das Feuerwehrhaus. Pokale stifteten die Bayern-Bräu, die Main-Post, die Firma Reisenweber und die Gemeinde Herschfeld.

Mannschaftsaufstellung. Stehend: Albrecht Scheuplein, Günter Bömmel, Alfred Reiher, Hermann Benkert, Gerhard Milefsky,
Betreuer: Albin Pretscher.Knieend: Lotar Seidel, Armin Werner, Berthold Früh, Hans Günther, Waldemar Helmuth und Leonhard Demling.

Die erste Mannschaft begann im Herbst 1958 mit den Verbandsspielen in der C-Klasse. Die Jugendmannschaft nahm ebenfalls an den Verbandsspielen teil. Ab 1958 erklärte sich Jugendleiter Hermann Markert bereit auch als Platz- und Gerätewart zur Verfügung zu stehen. An dieser Stelle sei erwähnt, daß unser Sportfreund Hermann Markert seit längerem erkrankt ist. Wir sollten ihm alles Gute wünschen. Einen Platzwart hatten wir nun, aber um einen Platz in den Saalewiesen mußte man von Halbsaison zu Halbsaison immer wieder mit den Wiesenbesitzern neu verhandeln. Dies war nicht immer leicht, denn Viehfutter und Heuernte stand im Vordergrund. Nachdem die Sportplatzfrage trotz vieler Bemühungen und manchem guten Willen nur für die zweite Verbandsrunde geregelt werden konnte, stellte der SV.Herschfeld einen Antrag an die Flurbereinigungsgesellschaft um Ausweisung eines Platzes für ein Sportgelände.
Das Wunder geschah, denn oberhalb des Dorfes wurde das Gelände für den SV.Herschfeld ausgewiesen. Am Dreikönigstag 1960 wurde in der Generalversammlung des SV.Herschfeld ein Bauausschuß für den Sportplatzbau gegründet. Diesem Ausschuß gehörten an Adolf Saal, Artur Perleth, Alfred Büttner und Hans Löwenfelder. Bausteine im Wert von 50 DM und 100 DM sollten eine Finanzierungsgrundlage schaffen. Nach harter Arbeit und dem Einsatz vieler Helfer und eines enormen Einsatzes von Adolf Saal, konnte am 17. Juni 1960 ein erstes Freundschaftsspiel gegen die DJK Schönau auf dem grob hergerichteten Spielfeld ausgetragen werden. Dieses erste Fussballspiel auf dem neuen Platz erlebt der erste Vereinsvorsitzende des SV.Herschfeld nicht mehr. Er wurde am 16. Mai 1960 in die Ewigkeit abberufen.

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Vereinsgeschichte des SV.Herschfeld e.V. (Folge 3)

Im Verlauf des Jahres 1960 war es dann soweit. Auf dem neu erstellten Sportplatz konnten die ersten Punkt- und Freundschaftsspiele durchgeführt werden. Die Freude war zwar gross dennoch, die Sportplatzanlage war und blieb weiterhin das Sorgenkind des Vereins. Die Vorstandschaft, hier sind zu nennen Oskar Müller, Josef Laug, Wilhelm Günter, Georg Früh, Albin Pretscher, Emeran Weiss, Artur Perleth, Eugen Hohmann, Philipp Dicken, wurde nicht müde immer wieder darauf hinzuweisen, dies in Richtung der Mitglieder, die gemachten Versprechungen einzulösen, soll heissen, zugesagte Arbeitsleistungen einzubringen.
Dies war aber nicht das einzige Problem, denn es war kein Wasseranschluss vorhanden! Dies wäre erst dann machbar, so der Herschfelder Bürgermeister Benkert, wenn die Gemeinde zu dem Grundstück von Frl. Zühlke einen Wasseranschluss verlegt. Von diesem Anschluss sollte dann eine Leitung zum Sportplatz gelegt werden.
Es wird Leser geben, welche mit der Lage des genannten Grundstücks nichts anfangen können.
Zu der Zeit, in den 60er Jahren, lag das erwähnte Grundstück an einem nicht befestigten Fahrweg welcher zur Salzburg führte. Nachdem im Laufe der Jahre in diesem Bereich, aber nicht nur hier, eine rege Bautätigkeit stattfand, erhielt der Fahrweg den Namen "Burgstrasse". Das erwähnte Grundstück erhielt die "Nr. 16". Es ist jetzt im Besitz von Gitti Wirsing.
Kommen wir aber wieder auf unseren neu entstehenden Sportplatz zurück.
Es war voraus zu sehen, dass die finanziellen Belastungen dem Sportverein, in der damaligen Zeit, zusätzliche grosse Sorgen bereiteten.
In diesem Zusammenhang ein Auszug aus dem Jahresprotokoll von 1962, vorgetragen vom 1. Vorstand Georg Früh.

Originaltext!
"Meine lieben Sportfreunde!" Es ist nicht alleine damit abgetan, daß wir im vergangenem Jahr vom Bayerischen Landes-Sportverband einen Zuschuß von DM 5000.- erhielten, denn bei einem Kostenaufwand von DM 13.000.00, nur für Schiebe- und Erdarbeiten, sind die Schulden noch lange nicht getilgt. Für den 1.Bauabschnitt sind wir verpflichtet DM 7000.00 an Eigenleistungen aufzubringen. Die Gesamtkosten des 1. Bauabschnitt betragen DM 23.000.00. Die finanzielle Situation für den 2. Bauabschnitt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch völlig offen. Somit möchte ich den Jahresbericht schließen, Dank aber nochmals allen sagen. Der Vorstandschaft, den Spielern, dem Platzwart, den Hilfskassierern und allen Mitgliedern. Ich danke für Eure Aufmerksamkeit und schliesse mit den Worten " Grosses Werk gedeiht, nur durch Einigkeit!"
(Herschfeld, den 13.12.1961 1.Vorstand Georg Früh)

Ja und dann war es soweit. Der Tag der Sportplatzeinweihung stand fest, es war der 11. Juni 1962, der 2. Pfingsfeiertag. Der Ablauf dieses, so wichtigen Tages war wie folgt geplant.
Um 8.30 Uhr Gottesdienst, danach ein Umzug durch Herschfeld zum Sportplatz.
Die Begrüssungsansprache hält der 1. Vorstand Georg Früh, danach die Landrätin, Frau Dr. Probst. Herr Pfarrer Josef Zickler wird dann die Einweihung des Sportplatzes vornehmen.
Ab 12.30 Uhr wird ein Fussballturnier durchgeführt zu dem die Mannschaften aus Münnerstadt, Brendlorenzen, Rödelmaier, Salz, Hollstadt und Schönau gemeldet haben. Dieser Tag war das erste Grossereignis für den SV.Herschfeld auf dem neuen Sportplatz.

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Vereinsgeschichte des SV.Herschfeld e.V. (Folge 4)

Das erste Vereinsheim des SV.Herschfeld.

Anfang des Jahres 1962 wurde, nach erfolgter Anfrage bei der Firma Siemens dem SV. Herschfeld mitgeteilt, dass der Sportverein eine Baracke erhalten könnte. Der SV.H. müsste allerdings die Baracke bei Siemens abbauen, für den Transport sorgen und den Aufbau in eigener Regie durchführen. Die Vorstandschaft berief aus diesem Grunde eine Mitgliederversammlung für den 4. März 1962, mit nur einem Tagesordnungspunkt mit der Überschrift "Barackenabbau bei Siemens" ein. Die Überraschung war gelungen, die Freude war gross. Die Leitung beim Abbau wurden Martin Pfister und Rudolf Seidel übertragen. Verantwortlich beim Transport und dem Abladen der zerlegten Baracke auf dem neuen Sportplatz war Albin Pretscher.
Zu diesem Zeitpunkt überschlugen sich allerdings die Ereignisse die den SV.H., aber auch die Gemeinde Herschfeld betrafen. Es sollte eine richtige Turnhalle gebaut werden! Die Nutzungsmöglichkeiten für den SV.H. sollten laut Aussage vom Oberlehrer Robert Heim sehr großzügig sein. Der Kostenpunkt allerdings so um die 185000 DM!
Gemeint ist damit die Schulturnhalle. Dem SV.H. war der Spatz in der Hand, also die Siemensbaracke, aber lieber als wie eine Beteiligung an den Kosten der Turnhalle.
Kommen wir also zurück zur Baracke, welche schnellstens aufgebaut werden sollte, natürlich bei niedrigen Aufbaukosten. Für den Unterbau der Baracke war ein Fundament aus Beton vorgesehen. Aber wohin mit der WC-Anlage? Nach langer, zum Teil auch heftiger Diskussion, sollte die "Klosettanlanlage" unmittelbar beim Wasseranschluss, parallel zum Sportplatz aufgestellt werden.

Übrigens, die Kosten für das Fundament wurden vom Baumeister Scheuplein wie folgt kalkuliert.

   Fundament           900.00 DM

   Verstärkung          300.00 DM

   Stahlmatten          700.00 DM

   Fussboden und Farbe  1600.00 DM

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                     3500.00 DM

   Minus Eigenleistung    800.00 DM

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                     2700.00 DM

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   Minus Zuschuss 10 % ) 

   Grenzlandhilfe und )    700.00 DM

   BLSV Zuschuss 25 % ) -----------

   Tatsächliche Kosten   2000.00 DM

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In der darauf folgenden Vorstandsitzung am 3.4.1962 war dann aber erkennbar, dass einige Vorstandsmitglieder ,mit der vorgenannten Bauausführung nicht einverstanden waren. Man diskutierte sehr heftig, brachte neue, andere Vorschläge für den Kellerausbau. Das Thema "Kellerausbau" wurde nun zum Dauerbrenner, denn es stand am 2.6.1962 wieder auf der Tagesordnung einer Vorstandsitzung. Die Baustelle wurde in Augenschein genommen, man wollte wissen wie weit der Ausbau des Kellers bereits erfolgt ist, ob Änderungen, ohne beträchtliche Mehrkosten, noch machbar sind. Auf jedem Fall war man in der Mehrzahl der Meinung, dass 2 Umkleideräume und ein Duschraum vorhanden sein müsten. Dann würden natürlich die Baukosten, so Maurermeister Scheuplein, einschließlich der Unterkellerung, 5000.00 DM betragen. Damit würden die Gesamtkosten für die Baracke, fix und fertig, ca. 7000.00 DM ausmachen. Das ist viel Geld für einen Mitgliedermäßig kleinen Verein. So blieb weiter nichts übrig die Mitglieder zu bitten dem Verein eine Spende zukommen zu lassen. Man dachte dabei an 10.00 DM, wenn möglich sogar 20.00 DM, damit dem Maurermeister Scheuplein wenigstens ein Teil des Baumaterials bezahlt werden kann. Auf jedem Fall schafte es der SV.Herschfeld dank der Mitarbeit und finanzieller Unterstützung der Mitglieder diese schwierige Zeit zu überbrücken. In diesem Zusammenhang fallen mir die Worte von Georg Früh ein." Grosses Werk gedeiht, nur durch Einigkeit" !

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