Ein dreitägiges Lauffest wurde auf dem Sportplatz des SV Herschfeld gefeiert. Es stand ganz im Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die durch die Gewalt einer mächtigen Flutkatastrohe alles verloren haben.

Spendenlauf

Die Teilnehmer begrüßten die Initiative der Laufgruppe, Spenden für die von der verheerenden Flut betroffenen Menschen zu sammeln. Die Spendenbereitschaft übertraf die kühnsten Erwartungen. Auch nach Abschluss der Laufveranstaltung trafen einige Anfragen ein, ob noch gespendet werden könne. Deshalb haben sich die Veranstalter entschlossen, die Aktion noch um ein paar Tage zu verlängern.

Viele Kinder kamen zum Sportplatz

Mit der Teilnahme von 366 Läuferinnen und Läufern beim diesjährigen Herschfeldlauf zeigte sich der Trainer der Laufgruppe, Albrecht Wilm, hoch zufrieden. „Wir hatten viele Highlights. Ganz besonders hervorheben möchte ich die Aktionen mit den Kindern am Freitag. Wie begeistert alle mitgemacht haben, hat uns riesig gefreut.“ Vier Trainerinnen hatten verschiedene Stationen auf dem Rasen aufgebaut, wo es vor der Runde um den Sportplatz ums Aufwärmen und Einstimmen ging. Sogar die allerkleinsten Sportler bewältigten die Sprünge über kleine Hürden oder auf der Koordinationsleiter. Im Anschluss wurde ein Bambini- und ein Schülerlauf gestartet, bei dem es darum ging, eine 400 m lange Strecke zu laufen.

Ein Eis zur Belohnung

Alle kamen ins Ziel und durften sich ein Eis zur Belohnung abholen. Das gab es auch für jeden, der in den angebotenen Zeitfenstern nach seinem Lauf ins Ziel kam. Auf der Hauptlaufstrecke über 8 km, die der überwiegende Teil der Läufer gut kennt, waren anstrengende Anstiege mit insgesamt 170 Höhenmetern zu bewältigen. Es herrschte wieder typisches Herschfeldlaufwetter: besonders am Freitag war es heiß. Aber auch ein starkes Gewitter am Samstag konnte die gute Laune der Läufer nicht trüben.

Als einer der ersten Starter am Samstag ging der Bürgermeister von Bad Neustadt, Michael Werner, auf die Walkingstrecke. Er ließ es sich trotz seiner hohen Arbeitsbelastung nicht nehmen, beim Lauf mitzumachen.

Laufen verbindet

Manfred Schön vom TSV Saal freut sich auf einen Marathon, den er im Herbst laufen möchte. Er hofft sehr, dass die Veranstaltung in München Anfang Oktober stattfinden kann. Doch davon wolle er sein Training nicht abhängig machen, auf jeden Fall trainiere er jetzt nach einem Trainingsplan. „Da ist es schön, auch einmal auf einer anderen Laufstrecke unterwegs zu sein. Heute sollte ich nach dem Einlaufen drei Kilometer mit hohem Tempo laufen. Das konnte ich hier gut umsetzen.“

Vor ihrem ersten Punktspiel ging die erste Fußballmannschaft des SV Herschfeld mit allen Trainern und Betreuern gemeinsam auf die Strecke. Die Vereinsvorsitzende Stephanie Philipp-Schirmer, walkte die Hauptlaufstrecke mit ihrem Hund.

Bernd Gibfried (79 J.) vom Vorstand des SV Herschfeld, der in den Jahren zuvor als Streckenposten eingesetzt war, freute sich, dass er dieses Jahr mitlaufen konnte. Aber der älteste Teilnehmer mit 85 Jahren war Franz Stockheimer vom TSV Brendlorenzen. Er hält den Rhön-Grabfeld-Cup-Läufen seit vielen Jahren die Treue.

Übereinstimmend wurde die Strecke und ihre gute Markierung gelobt. Sandy und Michael Gundalach vom RSV Wollbach kamen gemeinsam mit ihrer Tochter Marie am Sonntag und liefen gemeinsam. „Ich habe mir endlich einmal die schöne Strecke angeschaut.“, schwärmte Sandy. „Wir würden uns freuen, wenn der Charakter der Laufveranstaltungen ohne Wettkampfdruck beibehalten wird. Das LLZ (Leichtathletik-Leistungszentrum) soll sich unbedingt etwas überlegen.“

Gemeinsam sind wir stark

Die Familie mit den meisten aktiven Teilnehmern waren die acht Siebenschucks vom TSV Höchheim. Sie zeigten eindrucksvoll, dass es darum geht, sich zu bewegen und dabei zu sein. Und das genau passt auch zu den gerade am Freitag eröffneten Olympischen Spielen in Tokio: Dabei sein ist alles. Und genau wie es die Läuferinnen und Läufer in Coronazeiten erleben: Es geht nicht nur um „Schneller, höher weiter!“, sondern auch ganz besonders um „Gemeinsam!“

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