Seit Oktober ist Robin Dieterich einer von vier Männern, die die Fußballabteilung des Rhöner A-Klassisten SV Herschfeld leiten. Verantwortlich ist der 29-Jährige für den Männerbereich. Er hat sich vorgenommen, bei Heimspielen des ehemaligen Bezirksligisten das Drumherum “attraktiver zu gestalten.” Eine Idee: Es soll künftig einen Stadionsprecher geben. Gesucht wird auf Facebook, wo Dieterich einen Post in der Aufmachung einer Stellenanzeige erstellt hat. Im – mitunter augenzwinkernd geführten – Gespräch mit dieser Redaktion erklärt Dieterich, warum er Interessenten vollen Fußballgenuss verspricht und ob er bei der Entlohnung noch mit sich verhandeln lässt.

Frage: Sie haben die Stelle Anfang letzter Woche ausgeschrieben. Wie viele E-Mails von Bewerbern sind seither eingegangen?

Robin Dieterich: Bisher hat sich eine interessierte Person bei mir gemeldet. Um ehrlich zu sein: Eine Person mehr als ich erwartet habe. Heutzutage jemanden für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern, ist leider sehr schwierig geworden. Deshalb hat mich das umso mehr gefreut.

Der neue Stadionsprecher soll seinen Job möglichst sofort antreten. Unterdessen spricht in Bayern alles für einen Abbruch der Fußballsaison. Wissen Sie und der SV Herschfeld mehr als andere?

Dieterich: Das hat rein gar nichts mit einem möglichen Abbruch oder Nicht-Abbruch der Saison zu tun. Wir hier beim SV Herschfeld nutzen die doch recht ruhige Zeit, um sämtliche Aufgaben frühzeitig zu planen und zu organisieren, um dann für einen möglichen Wiederbeginn bestens aufgestellt zu sein. Zudem soll der neue Stadionsprecher oder die neue Stadionsprecherin genügend Zeit haben, in Ruhe ein Konzept erarbeiten und nach unseren Anforderungen eine gewisse Struktur entwickeln zu können. Sollten Sie versucht haben mich mit dieser Frage aus der Reserve zu locken, kann ich Sie beruhigen. Der SV Herschfeld weiß natürlich nicht mehr. Wir warten ab. Wie es kommt, so kommt es eben.

Sie werben in der Anzeige mit “vollem Fußballgenuss an unseren Spieltagen”. Heißt das, am Sprecherplatz kann auf DAZN oder Sky Bundesligafußball angeschaut werden?

Dieterich (schmunzelt): Natürlich kann man ein A-Klasse-Spiel nicht mit einem Bundesliga-Spiel vergleichen. So war die Formulierung auch nicht gemeint. Sondern, dass sowohl der Stadionsprecher als auch die Zuschauer, denen der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen, künftig vollen Fußballgenuss an unseren Spieltagen erleben werden. Denn: So langsam geht die bewundernswerte und mit Sicherheit nicht immer leichte Arbeit der ehemaligen und aktuellen Jugendtrainer auf. Wenn ich mir anschaue, was wir in den nächsten Saisons an eigenen Jugendspielern in den Herrenkader bekommen, dann funkeln meine Augen. Wenn mein aktueller Kader und die Jugendspieler am Ball bleiben, wir an einem Strang ziehen und zu einem absoluten Team werden, glauben Sie mir, dann fragt keiner bei einem Heimspiel des SV Herschfeld nach Sky oder DAZN. Zudem möchte ich anmerken, dass die Anlage beim SV Herschfeld und der Zustand des Platzes über Jahre hinweg ein absoluter Traum sind.

Als Lohn offeriert der Verein unter anderem pro Spieltag eine Bratwurst und ein kostenloses Getränk. Auf Facebook kam die Frage auf, ob das Freigetränk auch eine Flasche Weinbrand sein darf. Können Sie das aufklären?

Dieterich (lacht): Ich kenne die beiden Personen gut, die das gefragt haben. Deshalb weiß ich, wie es gemeint war. Allerdings: Sollte das verlangt werden, bin ich, und ich denke auch die Mannschaft, gerne dazu bereit eine Flasche pro Spieltag bereitzustellen, sollte unser Vorstand nicht mitziehen. Aber dann erweitert sich das Aufgabenprofil um einen Punkt. Dann müsste der oder die Neue pro Spieltag ein Lied für uns alle singen.

In der Anzeige ist es nicht explizit aufgeführt, aber: Der künftige Stadionsprecher wird doch sicherlich auch die neue Anzeigetafel bedienen müssen, für die der Verein gerade Spenden sammelt?

Dieterich: Wie Sie dem Datum des Posts auf Facebook entnehmen können, kam unsere Stellenanzeige vor dem Post mit der Anzeigetafel. Das hatte den Grund, dass die absolut geniale Idee unseres Vorstands mit der Anzeigetafel noch nicht zu 100 Prozent fix war. Natürlich werde ich mit dem oder der Neuen reden, ob er oder sie die Bedienung der Anzeigetafel übernehmen kann. Wenn nicht, finden wir auch hierfür mit Sicherheit eine Lösung. Aber, wenn wir das wirklich hinbekommen und genug Spenden zusammen bekommen: Wie wahnsinnig toll wäre das bitte, eine eigene digitale Anzeigetafel auf unserem wundervollen Sportgelände zu haben? Das wäre in der Umgebung auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches.

Interview: Robin Dieterich (SV Herschfeld Abteilungsleiter Fußball) und Rhön-u,Saalepost

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